Mein Kollege Roboter- Einzug in Krankenhäuser

Roboter als Helfer, Pfleger oder sogar Assistenzärzte können auf lange Sicht einen festen Platz in Krankenhäusern einnehmen. Erste Ansätze bestehen bereits.

Die Wörter „Roboter“ und „Krankenhaus“ in einem Satz rufen oft Skepsis und Vorstellungen aus Science Fiction Filmen hervor. In der Realität sieht die Umsetzung weniger „abgespaced“ aus. Dennoch werden Roboter im Gesundheitswesen eingesetzt und unter anderem in Krankenhäusern verwendet.

Neue Technologien wie „Das Internet der Dinge“, Smarte Sensoren und künstliche Intelligenz (KI) ermöglichen den Fortschritt hin zum Digitalen Krankenhaus. Die zentrale Speicherung und die mobile Abrufbarkeit von Daten, befähigen Roboter, Informationen über Patienten, Dienstpläne und Medikamentenlisten abzurufen. Der praktische Einsatz in den Krankenhaus- und Pflegealltag gestaltet sich aufgrund gesetzlicher Auflagen, ethischer Bedenken und noch nicht ausgiebig getesteter Systeme jedoch oftmals kompliziert. Roboter zu entwickeln ist zudem sehr komplex und erfordert eine lange Entwicklungszeit. Aktuellen Robotern fehlt es oftmals noch an Geschick, der Feinmotorik und teilweise auch an der menschlichen Komponente. Sie müssen durchgehend programmiert werden und dauerhaft lernen, um sich immer wieder an die neuen Begebenheiten anzupassen und in unvorhersehbaren Situationen, auf die sie nicht programmiert wurden, passend reagieren zu können.

Pflegenotstand in Deutschland

Dabei erhöht insbesondere der große Mangel an Pflegepersonal die Bedeutung von Robotern für den Gesundheitssektor. Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2017 ca. 3,4 Millionen Menschen in Krankenhäusern und Altersheimen pflegebedürftig. Gleichzeitig wurden über 22.000 freie Stellen gemeldet, die nicht besetzt werden konnten. Entsprechende Roboter und KI-Anwendungen können der mit dem demografischen Wandel und zu wenig nachkommenden Pflegepersonal auftretenden Problematik entgegenwirken.

In der Krankenhauslogistik sind Roboter bereits seit längerer Zeit eingeführt. So bringen intelligente Wagen und Roboter den Patienten der Immanuel Klinik Rüdersdorf bei Berlin sowie der Uniklinik Köln das Essen und die frische Wäsche. Auch im Southmead-Krankenhaus in Bristol werden seit Kurzem zwölf intelligente Transportfahrzeugen eingesetzt, die den Krankenschwestern und –pflegern helfen, die rund 1000 Patienten mit Essen zu versorgen.

Aktuelle Anwendungen

Dass Roboter auf dem Vormarsch in Krankenhäusern sind, belegen verschiedene Beispiele, wie der von Fraunhofer Forschern in Zusammenarbeit mit der Firma Schunk und dem Studio Phoenix Design entwickelte Care-O-bot. Ein Transportroboter, der Pflegekräfte unterstützt und Botengänge für sie erledigt. Ein weiteres Beispiel ist die intelligente Kuschelrobbe Paro, an der seit 1993 geforscht wird. Das Modell gilt als Vorreiter auf dem Gebiet der sozialen Roboter. Über 4.000 Paro-Robben sind in über 30 Ländern in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen im Einsatz. Die Robben werden in der Palliativbetreuung von Krebspatienten, bei Kindern mit Autismus und bei demenzkranken Menschen eingesetzt. Paro gilt als eine medikamentenfreie Alternative, um die Stimmung von Patienten zu verbessern. Laut des Entwicklers reduziert die Kuschelrobbe Angstzustände und Schmerzen, verringert Gefühle von Einsamkeit und verbessert die Schlafqualität.

Als Vorzeigemodell gilt zudem der Pflegeroboter „Pepper“, mit dem zum Beispiel in der Uniklinik Halle gearbeitet wird. Er ist in der Lage, Patienten direkt anzusprechen und über bestimmte Abläufe zu informieren. Damit gilt Pepper genauso wie der Roboter „Zora“ als
Unterhaltungsroboter. Sie können singen, spielen und zum Tanzen motivieren. Weitere Anwendungen werden gegenwärtig gemeinsam mit Pflegekräften und Patienten entwickelt.

Neuste Innovation ist der im Juni 2019 vorgestellte UVD Robot. Der kollaborative Roboter fährt autonom durch Krankenhäuser und sendet dabei konzentriertes UV-C-Licht aus, um Bakterien und andere schädliche Mikroorganismen zu beseitigen. Kliniken erreichen so eine
Desinfektionsrate von 99,99 % und reduzieren damit das Risiko, sich mit gefährlichen Erregern zu infizieren.

Vorreiter Japan

Als ein wahrer Vorreiter auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und Robotern gilt Japan. Die Japaner bedienen sich auch in der Pflege und in Krankenhäusern dieser Hilfsmittel, um Kräfte zu entlasten und effizienter zu arbeiten. Auf Japans Pflegestationen werden viele
verschiedene Arten von intelligenten Pflegeassistenzsystemen eingesetzt. Der Unterhaltungsroboter Parlo, Robbe Paro und Pepper sowie verschiedene Gehsysteme zur Rehabilitation und intelligente Muskelanzüge für Pflegekräfte zur Entlastung des Rückens beim
Heben der Patienten sind fest im Alltag integriert. Zudem wird in Ländern wie Japan bereits mit Robotern experimentiert, die Ärzten aktiv bei zum Beispiel Operationen helfen. Auch in Deutschland bestehen schon Ansätze in diese Richtung, wie neue OP-Roboter, die beim Ersatz von künstlichen Knie- und Hüftgelenken zum Einsatz kommen.

Zukunft

Die Entwicklungen humanoider Roboter und entsprechender Hilfen für den Gesundheitssektor werden stark vorangetrieben. Es ist davon auszugehen, dass sie zukünftig stärker in den Krankenhausalltag integriert werden. Ob Pflegeroboter jedoch serienmäßig in Deutschland
Einzug in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erhalten, scheint offen. Ziel sei es so oder so nicht, den Menschen zu ersetzen. Gerade Aufgaben, die zwischenmenschliche Kommunikation und Feingefühl erfordern, werden selbst bestens programmierte Roboter nicht in dem Umfang erbringen können, wie ausgebildete Menschen mit Feingefühl. Damit kann insbesondere der Pflegesektor nicht auf menschliche Zuwendungen verzichten. Robotern fehlen therapeutische Fähigkeiten und Sensibilität, um alleine am Patienten zu arbeiten.
Sinnvoll und realistisch ist die Einbindung der Roboter in Routineaufgaben wie etwa Reinigung oder Transport von Gütern. Robotersysteme, die Transporte erledigen und Botengänge übernehmen, können das Pflegepersonal so unterstützen und wichtige Zeit einsparen. Während sich aktuell bereits humanoide Assistenzroboter in Planung befinden, die bei Visiten Echtzeitdaten abrufen, einem Arzt selbstständig folgen und die Visite dokumentieren, ist es langfristig das Ziel führender Experten, Roboter auch höherwertige Aufgaben erfüllen zu lassen. Doch selbst die Entlastung von Fachpersonal durch die Übernahme von einfachen Tätigkeiten wie Botengängen, ist bereits ein großer Schritt hin zu einem digitalen Krankenhaus und schafft mehr Zeit für die einzelnen Patienten. Der Gewinn für die Branche sowie diephysische und zeitliche Entlastung für Angestellte wird enorm sein.

https://www.elektrotechnik.vogel.de/autonomer-roboter-eliminiert-krankenhaus-keime-a-841636/
https://www.merkur.de/lokales/weilheim/weilheim-ort29677/weilheim-roboter-operiert-amkrankenhaus-mann-am-knie-11843636.html
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/medizintechnik/article/963930/kuenstlicheintelligenz-roboter-aerzte-zukunft.html
https://www.deutschlandfunk.de/zukunft-der-pflege-soziale-pflege-roboter-setzen-sichnur.724.de.html?dram:article_id=441372
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103640/Bevoelkerung-nur-zum-Teil-offen-fuer-Roboterund-KI-im-Krankenhaus
https://books.google.com
https://www.mt-medizintechnik.de/roboter-im-krankenhaus/
https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Roboter-helfen-Chirurgen-im-Klinikum
https://www.reliaslearning.de/blog/roboter-auf-station

 

 

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